Geschichte des Hauses

Das spätmittelalterliche Ensemble „Priesterhäuser“ am Domhof mit dem stadtgeschichtlichen Museum und der 1. Zwickauer Gasthausbrauerei ist ein weiterer Schritt in Richtung „Kulturinsel Stadtzentrum“.

Bei den Priesterhäusern Domhof 5 bis 8 handelt es sich um eine geschlosssene Baugruppe von vier zweigeschossigen Gebäuden mit steilen Satteldächern. Sie haben sich um das Haus Domhof 12 als letzte von einstmals zwölf derartiger Bauten um den Marienkirchhof erhalten. Bi sin das 19. Jahrhundert dienten sie Geistlichen und Bediensteten des Zwickauer Kirchen- und Schulwesens als Amtswohnungen, gingen im Jahre 1880 in städtischen Besitz über und blieben noch bis 1977 bewohnt. Nach ersten Notsicherungen in den 80er Jahren begann ab 1994 eine umfassende denkmalgerechte Sanierung.

Nahm der Chronist Emil Herzog als Baudatum für die Häuser noch die Zeit um 1530 an, erbrachten die im Rahmen der Bauforschung durchgeführten Untersuchungen geradezu sensationelle Ergebnisse! Durch die Alterbestimmung von Holzbauteilen (Dendrochronologie) konnte für die Decke über dem Erdgeschoß des Hauses Nr. 7 als Fälldatum der dafür verwendeten Bäume die Zeit zwischen 1237 und 1264 ermittelt werden. Durch archäologische Untersuchungen untermauert, steht fest, daß die heute noch vorhandene Bebauung im Wesentlichen 1466 abgeschlossen war. Damit gehören die Gebäude mit ihrem einmaligen Interieur, u.a. den Bohlenstuben, Rußküchen und Fragmenten von Raumausmalungen, zu den ältesten erhaltenen Wohnbauten Sachsens.

Neben der herausragenden baugeschichtlichen Bedeutung verbindet sich mit den Häusern und ihren ehemaligen Bewohnern auch ein interessantes Kapitel Stadtgeschichte. „Von Amts wegen“ war das Haus Nr. 5 der Organisten, das Haus Nr. 6 den Glöcknern der Marienkirche vorbehalten, während das Haus Nr. 7 dem Konrektor und das Haus Nr. 8 dem Tertius der Zwickauer Lateinschule zu Wohnzwecken diente. Darunter finden sich hervorragende Persönlichkeiten wie der frühe deutsche Dramatiker Paul Rebhuhn (ein Freund Martin Luthers), der Zwickauer Stadtchronist Tobias Schmidt oder der Komponist Johann Ludwig Krebs als bedeutendster Schüler J.S. Bachs.

Dieses einmalige mittelalterliche Ambiente ist nicht nur im Rahmen eines Museumsrundganges erlebbar, sondern auch in den im Haus Domhof 5 gelegenen Gasträumen der 1. Zwickauer Gasthausbrauerei. Über einen modernen Winter- und Biergarten schließt sich der größere Teil der Gasträume mit dem Sudhaus der Brauerei an. Sie liegt im Neubau, der einerseits für die Funktionsfähigkeit des Museums notwendig war und andererseits mit seinen Angeboten das kulturelle Erlebnis abrundet.

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